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Pflegeheime können nicht mehr kostendeckend arbeiten - Berater verrät, was das bedeutet und was jetzt zu tun ist

02.07.2024 - Wirtschaft (Insolvenz, Bild, Pflege, Finanzen)

Hannover (ots) -

Pflegeheime und ambulante Pflegedienste stehen vor einer wachsenden finanziellen Zerreißprobe: Aufgrund steigender Kosten für Personal, Material und Betrieb können viele nicht kostendeckend arbeiten. Die Ursache liegt in einer unzureichenden Refinanzierung durch die Kostenträger und dem fehlenden Spielraum der Einrichtungen, ihre Preise frei am Markt zu gestalten.

Dieses Dilemma zwingt insbesondere kleinere Dienste und Heime in eine prekäre Lage, da sie oft lange auf die Erstattung ihrer Kosten warten müssen. Der stetige Vorfinanzierungszwang führt zu einem Kreislauf finanzieller Engpässe, der die Existenz vieler Einrichtungen bedroht. Mit jedem Monat, in dem die Ausgaben die Einnahmen übersteigen, wächst das Risiko einer Insolvenz - eine Entwicklung, die durch die zunehmende Zahl angemeldeter Insolvenzen bereits sichtbar wird.

Ausgangslage: So sind viele Pflegeheime und ambulante Pflegedienste finanziell aufgestellt

Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten ist es nicht möglich, die Kosten für ihre erbrachten Leistungen selbst zu bestimmen. Stattdessen müssen sie mit dem jeweils zuständigen Kostenträger bezüglich Refinanzierungen verhandeln und die Preise festlegen. Sobald Leistungen durchgeführt werden, gehen die Pflegeeinrichtungen in Vorleistung und leiten die entsprechende Rechnung an den Kostenträger weiter. Hier entsteht das Problem, denn es ist vielfach zu beobachten, dass sich die Kostenträger viel Zeit lassen, bevor sie ihren Zahlungspflichten nachkommen.

Das bringt die Pflegeheime und ambulanten Pflegedienste in Bedrängnis, denn auch sie müssen weiterhin Forderungen aus dem laufenden Betrieb begleichen. Aufgrund ausstehender Refinanzierungen ist dies jedoch vielen Anbietern nicht mehr möglich. Sie können die laufenden entstehenden Kosten nicht mehr decken - als letzter Ausweg bleibt nur die Insolvenz, die bereits einige kleinere ambulante Pflegedienste und Pflegeheime ereilt hat.

Hintergrund: Das steckt hinter der zurückhaltenden Refinanzierung durch die Kostenträger

Die Kostenträger bringen mit ihrer Zurückhaltung also zahlreiche Pflegeeinrichtungen in finanzielle Nöte; doch warum ist das so? Einerseits beklagen auch zahlreiche Kostenträger einen anhaltenden Personalmangel. Mit der reduzierten Belegschaft ist es ihnen schlicht nicht möglich, ausstehende Rechnungen schneller zu prüfen und zu begleichen.

Gleichzeitig entsteht der Eindruck, dass hinter der Zurückhaltung auch Berechnung stecken könnte. Von den aktuellen Entwicklungen sind insbesondere kleinere Pflegeeinrichtungen betroffen, weil diese normalerweise weniger finanzielle Ressourcen haben als größere Träger, die mehrere Einrichtungen gemeinsam verwalten. Gerade die kleinen ambulanten Pflegedienste und Pflegeheime sind für Kostenträger jedoch auch mit hohem Zeitaufwand verbunden; schließlich handeln große Träger gleich Refinanzierungskonditionen für mehrere Einrichtungen aus, kleinere Pflegedienstleister führen dieselben zeitintensiven Verhandlungen hingegen lediglich für sich alleine.

Es wäre also durchaus im Interesse der Kostenträger, wenn Pflegeeinrichtungen zunehmend durch Holdings vertreten werden. Die zögerliche Refinanzierung könnte demnach ein Versuch sein, eine Entwicklung in diese Richtung zu fördern.

Ausblick: Das sollten Pflegeheime und ambulante Pflegedienste jetzt tun

Kleinere, eigenständige Pflegeeinrichtungen sollten sich der aktuellen Situation bewusst sein und bei Investitionen entsprechend vorsichtig agieren. Auf lange Sicht ist jedoch auch die Politik gefragt: Erstrebenswert ist eine gerechte und nachhaltige Finanzierungsstruktur, die sowohl kleinen als auch großen Einrichtungen eine kostendeckende Arbeit ermöglicht. Damit eine weitere Zunahme der Insolvenzen unter den Pflegeheimen und ambulanten Pflegedienstleistern verhindert wird, gilt es jetzt Lösungen zu entwickeln, die eine solche Finanzierungsstruktur beinhalten.

Über Max Grinda:

Max Grinda und Felix Hahnewald sind die Geschäftsführer von FM Recruiting. FM Recruiting hat die Mitarbeitergewinnung in der Pflege wieder einfach gemacht. Deutschlandweites Vertrauen bei stationären Pflegeheimen, Pflegediensten und Einrichtungen der Behinderten- und Eingliederungshilfe, über 300 Partnerunternehmen und mehr als 24.000 generierte Bewerbungen mit über 1.680 besetzten Stellen haben gezeigt: FM Recruiting ist der Partner für die Pflegebranche. Weitere Informationen unter: https://fm-recruiting.de/.

Quelle: www.presseportal.de

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