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neues deutschland: Kommentar zum DGB-Vorschlag für Boni für Gewerkschaftsmitglieder

06.01.2019 - Wirtschaft (Wirtschaft, Gewerkschaften)

Berlin (ots) - Die deutschen Gewerkschaften haben ein Problem. Nurnoch knapp die Hälfte aller Beschäftigten profitiert von Flächentarifverträgen, im Osten sind es sogar nur 34 Prozent. Der täglichen Tarifflucht der Arbeitgeber ist schwer beizukommen. Manche Branche besteht zudem aus immer kleineren Betrieben, in denen weder Gewerkschaften noch Tariflöhne eine Rolle spielen. Der Mindestlohn ist eine Folge dieser Entwicklung, Mitglieder hat dessen Einführung den Gewerkschaften jedoch kaum beschert. Zu mickrig ist das, was am Ende des Monats auf dem Konto ist, um von einem erkämpften Erfolg zu sprechen. Um die Angriffe von Seiten der Unternehmen abzuwehren oder gar in die Offensive zu kommen, brauchen Gewerkschaften Mitglieder, die aktiv mit ihnen streiten und gegebenenfalls streiken. Die will der DGB-Vorsitzende Rainer Hoffmann nun mit Belohnungen ködern: Boni oder mehr Urlaubstage schweben ihm vor. Denn so werde die Tarifbindung gestärkt und der soziale Frieden bleibe erhalten, so Hoffmann. Wie wäre es noch mit einem Kühlschrank oder Kaffeeservice? Schnäppchenjäger*innen aller Länder, vereinigt euch? Es gibt wirklichviele gute Gründe, gewerkschaftlich aktiv zu sein. Etwa die Überzeugung, dass die eigenen Lebens- und Arbeitsbedingungen veränderbar sind. Solidarität ist ein anderer. Der Köder, mehr zu bekommen als die Kollegin am Nachbartisch, ist dagegen keiner.

Quelle: www.presseportal.de