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In neuen Dimensionen (ge)denken und handeln (FOTO)

21.12.2018 - Vermischtes (Gesellschaft, Soziales)

Berlin (ots) -

Antisemitische Anfeindungen und Belästigungen sind ein gesellschaftlicher Trend, der tragischerweise über die Grenzen Deutschlands hinaus in der gesamten EU zu erkennen ist. Dies zeigte die im Dezember 2018 von der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte veröffentlichte Umfrage zu Erfahrungen sowie Wahrnehmungen von Antisemitismus. Trotz der problematischen Entwicklungen besteht in der gesellschaftlichen Debatte weiterhin dieForderung nach dem sogenannten Schlussstrich unter die Gedenkkultur. Der aktuell zunehmende Hass gegen Juden zeigt jedoch: Das Gedenken andie Opfer der Shoah hat in der deutschen Gesellschaft sein berechtigtes Dasein und bedarf keiner Beendigung, sondern einer Ergänzung.

"Im Gedenken sind wir Riesen. Im Handeln und Helfen Zwerge." DieseErkenntnis prägte Mathias Döpfner in einem diesjährigen Artikel der WELT. Er nimmt darin unter anderem auch auf den wachsenden Antisemitismus in Deutschland Bezug. Die aktuellen Entwicklungen und Döpfners Erkenntnis zeigen: Unser Gedenken darf nicht allein rückwärts gewandt sein. Es muss zukunftsorientiert auf die aktuellen Herausforderungen blicken. Wir können nicht nur toten Juden gedenken.Wir müssen auch lebenden Juden helfen und sie unterstützen. Das Gedenken muss am Anfang unseres aktiven Engagements für den Schutz jüdischen Lebens in Deutschland stehen. Dann beginnen wir, in neuen Dimensionen zu (ge)denken und zu handeln.

Treffend formulierte diese Notwendigkeit Josias Terschüren, leitender Mitarbeiter der Initiative 27. Januar, im November 2018 am Brandenburger Tor auf der Kundgebung Gegen Antisemitismus. Für Israel. Für Jerusalem.:

"Deutschland war hingegeben, methodisch und strebsam darin, Leid und Tod über das jüdische Volk zu bringen. Es ist an der Zeit und moralisch geboten, mindestens genauso hingegeben, methodisch und strebsam darin zu sein, Juden und Israel (...) zu helfen und zu unterstützen!"

Auch am 27. und 29. Januar 2019 besteht in München und Berlin die Möglichkeit, auf den Gedenkveranstaltungen der Initiative 27. Januar damit zu beginnen, eine zukunftsorientierte Gedenkkultur zu pflegen.

Quelle: www.presseportal.de